Adi Positas

Adi entstammt dem uralten spanischen Adelsgeschlecht derer von Positas, wo er als erstgeborener Sohn die jahrhundertelange Ahnenreihe fortführen sollte. Doch es kam, wie so oft im Leben, ganz anders. Bereits in jungen Jahren spürte er beim Spielen seiner geliebten Blockflöte einen unbestimmten Drang nach Mehr, nach Freiheit, Weite und weiblicher Verehrung. Der junge Fürst drohte an diesem Konflikt zu zerbrechen. Es zerriss ihm nahezu das Herz, der Stimme seines Blutes folgen zu müssen und doch, tief im Innern, diese immerwährende Sehnsucht nach etwas zu spüren, was er damals noch nicht kannte.

Der zweifelnde Jüngling suchte lange Antworten auf noch nicht gestellte Fragen, die er noch nicht kannte, bis er im Rahmen eines schamanischen Räucherrituals eine Erscheinung hatte: Ein in einen schlechtsitzenden Goldanzug aus Plastikimitat gewandeten, mit billiger Elvis-Perücke aus chinesischer Massenfertigung ausgestatteter Mann, der eine Gibson Flying V vor seinem Körper trug, kam in seinem Rauschzustand auf ihn zu, reichte ihm einen Rickenbacher Bass und bedeutete ihm, ihn zu spielen. Aus seiner Trance erwacht, war ihm endlich klar, auf welchen Weg ihn das Schicksal nun geleitete. Adi schwang sich auf sein Motorrad ohne Soziasitz, sagte seinem Adelsgeschlecht und der Blockflöte Adieu und fuhr, ohne sich noch einmal umzudrehen, der untergehenden Sonne entgegen, um seinem Schicksal zu folgen.

Nach langer Zeit fand er auf seinen Wegen endlich den Mann, der ihm damals in Trance erschienen war, doch dies ist eine andere Geschichte…